Die nuklearmedizinische palliative Schmerztherapie stellt eine nebenwirkungsarme, ergänzende Behandlungsoption im Gesamtspektrum der Schmerztherapie bei Patienten mit einer multilokulär osteoblastischen Metastasierung vieler Primärtumoren dar. Sie zeichnet sich durch einen raschen Einsatz der Schmerzlinderung und durch lang anhaltende Wirkung aus. Vorläufige Berechnungen weisen auf eine günstige Kosten-Nutzen-Relation hin. Durch die nuklearmedizinische palliative Schmerztherapie bessert sich bei Patienten mit metastasiertem Mamma- oder Prostatakarzinom die Schmerzsymptomatik in 70–80%, bei anderen Primärtumoren weniger häufig <xref idref="R0457-0007">7</xref> <xref idref="R0457-0010">10</xref>. Völlig schmerzfrei werden nur wenige Patienten. Eine medikamentöse Basistherapie ist bei den meisten Tumorpatienten weiterhin erforderlich. Insgesamt zeichnet sich die Therapie durch eine hohe Akzeptanz bei den Patienten aus, da es sich bei der Verwendung von <sup>89</sup>Strontium oder <sup>153</sup>Samarium um eine einmalige intravenöse Applikation handelt. Aktuelle Studien zum kombinierten Einsatz von Radionukliden und Chemotherapie bzw. die klinischen Daten der Anwendung von <sup>223</sup>Radium belegen weitere Entwicklungsmöglichkeiten der systemischen Radionuklidtherapie von einer rein palliativen Behandlung hin zu tumoriziden Effekten mit signifikanter Lebensverlängerung der betroffenen Patienten.
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