Hemobahn-Endoprothese: 4-Jahres-Erfahrungen mit der perkutanen Anwendung bei Stenosen und Verschlüssen der Arteria femoralis superficialis — Manfred M. Fischer (2003) | RDL Network
In einer prospektiven, nichtrandomisierten klinischen Studie wurde der Wert der Hemobahn-Endoprothese für die Behandlung von Verschlüssen der Arteria femoralis superficialis untersucht. In den letzten vier Jahren wurden bei 52 Patienten an 55 Extremitäten insgesamt 78 Hemobahn-Endoprothesen zur Behandlung von Stenosen (15 %) oder Verschlüssen (85 %) der Arteria femoralis superficialis perkutan platziert. Die mittlere Verschlusslänge betrug 11,6 cm, die mittlere Länge der platzierten Hemobahn 15,9 cm und der mittlere Endoprothesendurchmesser 6,1 mm. In 45 % der Fälle wurde in Cross-over-Technik, in 55 % der Fälle ipsilateral antegrad vorgegangen. Klinisch bestanden die Fontaine-Stadien: II b (89 %), III (2 %) und IV (9 %); 15 Patienten waren Diabetiker. Die Patienten wurden primär und in jährlichen Intervallen angiologisch kontrolliert; das mittlere Nachbeobachtungsintervall betrug 33 Monate. Nach 1 Jahr „Follow-up” waren die primären/sekundären Offenheitsraten bezogen auf alle nachuntersuchten Extremitäten 64/78 % (n = 50), nach 2 Jahren 61/76 % (n = 46), nach 3 Jahren 53/66 % (n = 32) und nach 4 Jahren 29/50 % (n = 14). Nach den ersten Erfahrungen von 1998 mit 10 Verschlüssen bei 14 insgesamt behandelten Extremitäten wurden die Indikationen geprüft und nachfolgend lediglich bei definierter, so genannter „Idealindikation” mit der Hemobahn behandelt. Als „Idealindikationen” galten: ≥ 1 cm unauffälliges vor- und nachgeschaltetes Gefäßsegment, fehlende Läsion im 1. Poplitealsegment, mindestens eine offene Unterschenkelarterie und das Fehlen ausgeprägter Verkalkungen. Bei diesen Patienten betrugen die primären/sekundären Offenheitsraten nach 1 Jahr 76/90 % (n = 36), nach 2 Jahren 74/89 % (n = 32) und nach 3 Jahren 71/83 % (n = 24); nach 4 Jahren waren von 8 behandelten Arterien 4 primär und 7 sekundär offen. Die Hemobahn- Endoprothese eignet sich zur Therapie ausgewählter komplexer femoraler Gefäßläsionen und längerstreckiger Verschlüsse. Die mittelfristige Offenheitsrate liegt über jener der alleinigen Ballondilatation oder Stenttherapie unter Nutzung ungecoverter Stents.
T. Klingebiel, U. Feine, D. Niethammer, W. Müller‐Schauenburg, Dirk Schwabe, F. D. Maul, V. Gerein, Manfred M. Fischer, Manfred Gahr, K. Kraz, H. Wehinger, P. Weinel, Frank Berthold, D. Hunnemann, J. Treuner
Discussion(0)
No comments yet. Be the first to comment.