Abstract
1 min readDie Ballung extremer Armut und Not, ethnischer und rassischer Spaltungen (deren Ursprünge oft in der jeweiligen kolonialen Vergangenheit liegen) und Gewalt im öffentlichen Raum in bestimmten verelendeten urbanen Gebieten legen nahe, dass die Metropole Ort und Quelle neuer Erscheinungsformen exkludierender sozialer Schließung in fortgeschrittenen Gesellschaften ist. Der vorliegende Aufsatz unternimmt den Versuch einer idealtypischen Charakterisierung dieses neu entstehenden Regimes urbaner Marginalität, indem er es mit ausgewählten Merkmalen urbaner Armut aus der fordistischen Wachstumsperiode der Nachkriegszeit vergleicht. Es lassen sich sechs entscheidende Kennzeichen fortgeschrittener Marginalität identifizieren: die wachsende interne Heterogenität und schwindende Vergesellschaftung der Arbeit; die funktionale Abkopplung städtischer Lebensverhältnisse von makroökonomischen Trends; räumliche Fixierung und Stigmatisierung; räumliche Entfremdung und die Auflösung des Raumes; der Verlust eines lebensfähigen Umlandes; und die symbolische Fragmentierung marginalisierter Bevölkerungsgruppen. Der Aufsatz diskutiert am Schluss die Bedeutung fortgeschrittener Marginalität für die Analyse des Sozialen und der Sozialpolitik. Dabei wird deutlich, dass es notwendig ist, aus dem Paradigma von Markt-und-Staat auszubrechen und den Zusammenhang von Arbeit und Lebensunterhalt durch die Institution eines Bürgergeldes aufzulösen.
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