Transdifferenzierungsabhängige Expression von Spleißvarianten des Transkriptionsfaktors „Serum Response Factor“ in aktivierten hepatischen Sternzellen
Article 2008 de
Authors
JH
Jens Herrmann
UH
Ute Haas
AG
AM Gressner
Abstract
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Die Aktivierung der hepatischen Sternzellen (HSC) und ihre Transdifferenzierung in Myofibroblasten-ähnlichen Zellen (MFB) ist ein initialer Prozess der Leberfibrogenese. Ausgehend von einem Vitamin A speichernden Phänotyp entwickeln die Zellen dabei u.a. kontraktile Eigenschaften, die mit einer erhöhten Expression von Differenzierungsmarkern glatter Muskelzellen (SMC) einhergehen. Ein wesentlicher transkriptioneller Regulator dieser Gene ist der „Serum Response Factor“ (SRF), dessen Aktivität neben der Interaktion mit Kofaktoren auch durch repressiv wirkende Spleißvarianten kontrolliert wird. Das Ziel dieses Projektes war der Nachweis der SRF-Expression sowie seiner aus SMC bekannten Spleißvarianten in aktivierten HSC. Primäre Ratten-HSC wurden in einem in vitro-Transdifferenzierungsmodell zu verschiedenen Zeitpunkte lysiert und ihre RNA isoliert. Nach Umschreibung in cDNA wurde mittels spezifischer Primer die Expression von SRF, definierter SRF-Spleißvarianten sowie der SMC-Marker α-SMA und SM22α in einer semi-quantitativen PCR ermittelt und densiometrisch erfasst. Die SRF-Expression ist in frisch aktivierten HSC am stärksten und fällt zwischen dem 1. und 3. Kulturtag auf ca. 40% ab. Während der weiteren Kultivierung bis zum Tag 7 bleibt die Expression auf diesem Niveau, gefolgt von einem weiteren Abfall auf ca. 20% des Ausgangsniveaus in MFB. Dagegen steigt im gesamten Zeitraum die Expression der SMC-Marker konstant an. Wir konnten erstmals auch Spleißvarianten mit Deletionen der Exons 5, 4+5, bzw. 3–5 in HSC nachweisen, die im Verlauf des Transdifferenzierungs-prozesses eine jeweils ähnliche Expressionskurve wie die ungespleißte Variante aufweisen. Aus verschiedenen Muskelzelltypen ist bekannt, dass SRF-Spleißvarianten in unterschiedlichem Ausmaß negative Regulatoren der SRF-Aktivität sind. Inwieweit diese Varianten auch bei der Kontrolle glatter Muskelzellmarker in aktivierten HSC eine Rolle spielen konnte aufgrund ihres Expressionsmusters nicht geklärt werden. Die weitgehend parallele Expression aller Varianten im Laufe der Transdifferenzierung spricht eher für eine Feinregulation der SRF-Aktivität. Expressionskonstrukte der gefundenen Spleißvarianten können ihre individuelle Rolle in diesem Geschehen weiter aufdecken.
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