Die Leberfibrose ist charakterisiert durch eine Aktivierung von hepatischen Sternzellen (HSC). Diese umfasst die schrittweise Umwandlung von einem „ruhenden“ in einen „aktivierten“ Phänotyp, mit der Ausbildung von Eigenschaften eines „Myofibroblasten“. Merkmale der Transaktivierung von HSC sind der exzessive Expressionsanstieg von alpha-SMA, der Verlust von zytoplasmatischen Lipidtropfen und der Anstieg der Zellteilungsrate mit verstärkter Transkription und Translation von Molekülen der Extrazellulären Matrix. Dass es sich bei der Transaktivierung um einen reversiblen Prozeß handelt, konnte von verschiedenen Autoren gezeigt werden (Williams et al; 2001; Gaca et al; 2003). Es ist davon auszugehen, dass auch Fettsäuren Bedeutung für den Transaktivierungsprozeß von HSC haben. So konnte an PAV-1 Zellen der Ratte durch Verfettung eine Umkehr der Transaktivierung induziert werden (Abergel et al; 2006). Ziel der Arbeit war es, den Einfluss unterschiedlich langer Fettsäuren auf den Aktivierungszustand einer etablierten HSC-Linie zu untersuchen. Unbehandelte Zellen der etablierten humanen HSC- Linie zeigten in Kultur bereits eine Expression von alpha-SMA und Kollagen 1, die als Aktivierungsmarker verstanden werden (Herrmann et al; 2007). Der Einfluss der Fettsäuren auf die Expression dieser Moleküle wurde durch Inkubation mit kurz- bzw. langkettigen Fettsäuren untersucht. Dazu wurden verwendet: (i) Caprylsäure; (ii) Palmitinsäure; (iii) Ölsäure und (iv) Linolsäure. Lichtmikroskopisch zeigten die Zellen in allen Verfettungsexperimenten eine feinvesikoläre zytoplasmatische Fetteinlagerung (Ölrot-Färbung). Auf Transkriptionsebene ergab sich besonders bei der Verfettung mit Ölsäure eine Reduktion der Aktivierungsmarker alpha-SMA und Kollagen 1. Unter Berücksichtigung des Fettsäurestoffwechsels erscheint die Transaktivierung der etablierten HSC-Linie reversibel. Zur Befundverifizierung sind Untersuchungen an primären HSC erforderlich.
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